Nachdem wir uns in den letzten Distriktsitzungen eher mit Erlanger Themen beschäftigt hatten, war der Wunsch geäußert worden, wieder einmal über unseren Tellerrand hinauszublicken. Manche von uns engagieren sich in der Ukraine-Hilfe oder unterstützen ukrainische Familien hier vor Ort. So lag es nahe, mit Peter Steger einen ausgewiesenen Kenner der Ukraine und der momentanen Lage dort einzuladen. Er wurde begleitet von einem jungen ukrainischen Ehepaar und dessen vierjähriger Tochter. Sie berichteten in Deutsch von ihrem schwierigen Einstieg in die Arbeitswelt, wo neben Deutschkenntnissen die Anerkennung ihrer ukrainischen Qualifikationen eine große Hürde darstellen.
Peter Steger studierte Slawistik und Anglistik in Bamberg. Er kam erstmals in Kontakt mit der Ukraine, als er während des Studiums zum Russischlernen in Kiew war. Lange Jahre arbeitete er bei der Stadt Erlangen im Amt für Städtepartnerschaften und internationale Beziehungen, wo er die Städtepartnerschaft mit Wladimir mit ins Leben rief. Diese ruht derzeit wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Seitdem hat auch Peter Steger mit Russland gebrochen. Als aus dem Stadtrat heraus der Wunsch nach einer Partnerstadt in der Ukraine kam, bahnte er die Partnerschaft mit Browary an. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand 2024 kümmert er sich um ukrainische Flüchtlinge in unserer Stadt, von denen ca. 1500 unter uns leben. Er fungiert als Übersetzer und Ansprechpartner und begleitet immer wieder Hilfstransporte von verschiedenen Organisationen in die Ukraine. Dort, so stellt er fest, funktioniere trotz der schlimmen russischen Angriffe die Infrastruktur immer noch erstaunlich gut. Die Resilienz der ukrainischen Bevölkerung sei beeindruckend und rechtfertige unserer aller Unterstützung.
Die Anwesenden bedankten sich herzlich bei Peter Steger und seinen ukrainischen Freunden für diesen anregenden Abend.

